Sozialverträglich Fair-Reisen!
Dienstag, den 11. März 2008 von The
Sozialverträgliches Reisen
Seit mehreren Jahren konzentriert sich die Tourismusindustrie zunehmend auf ökologisches Reisen. Doch durch die Fokussierung auf die Umwelt droht der ursprĂĽngliche Gedanke der Tourismuskritiker, Reisen auf sozialverträglicher Basis anzubieten, in den Hintergrund gedrängt zu werden. Um dieser Tendenz entgegen zu wirken hat der Studienkreis fĂĽr Tourismus und Entwicklung e.V. den “To-Do!” - Wettbewerb ins Leben gerufen, der jährlich tourismusrelevante Projekte auszeichnet, bei denen die ortsansässige Bevölkerung durch Partizipation an der Projektplanung und DurchfĂĽhrung beteiligt ist. Des Weiteren mĂĽssen die Projekte sicherstellen, dass die lokale Bevölkerung ein sicheres und faires Einkommen durch die touristischen Projekte bekommt, die kulturelle Identität des jeweiligen Zielgebietes gestärkt wird und eine Vermeidung von tourismusbedingten kulturellen und sozialen Schäden gewährleistet ist.
Die diesjährigen Preisträger kommen aus Mexiko, Australien und Südafrika. Das mexikanische Unternehmen „Grupo Plan“ nutzt die von ihnen renovierten Sisal-Landgüter auf der Halbinsel Yucatán für qualitativ hochwertige Hotels und Gasthäuser. Die für die Produktion stammenden Güter kommen aus der Region und die Mitarbeiter sind Mayas aus den umliegenden Orten. Hierfür erhielt das Unternehmen den ersten Preis im Wettbewerb. Den zweiten Preis bekam das „Western Australian Indigenous Tourism Operators Committee (WAITOC) für ihr Engagement, dass die australischen Ureinwohner, die Aborigines, am Tourismus in Westaustralien teilhaben können. Der aus Südafrika stammende dritte Preisträger, das „Direct Action Centre for Peace and Memory (DACPM)“, führt kulturtouristische Stadtführungen durch Kapstadt und den Townships durch, um den Touristen die Geschichte über die Apartheid in Südafrika näher zu bringen.
Seit 1995 wird der To-Do! - Wettbewerb durchgeführt und es kommen ca. 60% der Projektbewerbungen aus Entwicklungsländern. Die Preisträger sind über kleine spezialisierte Reiseunternehmen oder über direkten Kontakt buchbar. Aber dennoch bleibt das größte Hindernis der sozialverträglichen Projekte der Zugang zum Tourismusgeschäft; viele bewegen sich in einer Nische aufgrund knapper finanzieller Mittel.
Weitere Informationen für Leute, die sozialverträglich reisen wollen gibt es unter:
http://www.to-do-contest.org
http://www.studienkreis.org
http://www.haciendasmundomaya.com
http://www.dacpm.org.za
http://www.westernaustralia.com
(Theresa Baumeister)

Am 11. März 2008 um 21:00 Uhr
Aktuelles zum Thema “Fairer Tourismus” z.B. auch hier
http://www.tourism-watch.de/